Warum uns Vorbilder so gut tun

14.6.2020
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Fragt man Mitarbeiter was ihnen an ihrem Vorgesetzten am meisten gefällt, dann wird die hervorragende fachliche Kompetenz in den wenigsten Fällen an erster Stelle genannt. Primär stehen persönliche Eigenschaften und das entsprechende Verhalten im Vordergrund, wie z. B. der wertschätzende Umgang, das Interesse an seinem Mitarbeiter, die offene und aufmerksame Art zuzuhören oder der angenehme, ruhige Umgangston.

Unbewusst stellen sich Mitarbeiter Fragen wie: Können wir vertrauen? Kann ich meiner Vorgesetzten gegenüber offen und ehrlich sein? Meint er es ernst? Richtet sie sich nach den gleichen Regeln wie alle anderen? Ist er authentisch?

Die Präsenz, Worte und Handlungen von Vorgesetzten und Geschäftsführern haben eine besondere Gewichtung. Ihr Verhalten formt das Unternehmen. Egal in welche Richtung sie sich eine Entwicklung wünschen, sie müssen in Ihrem Verhalten Vorbild sein.

Als Neuromentaltrainerin interessieren mich, gerade in der Kommunikation, immer auch die neurobiologischen Zusammenhänge. Wenn man über zwischenmenschliche, gegenseitige Einflussmöglichkeiten und die Vorbildwirkung spricht, dann führt uns das zu den Spiegelneuronen.

Spiegelneuronen sind Nervenzellen im Gehirn. Sie bilden ein Resonanzsystem im Gehirn, das Gefühle und Stimmungen anderer Menschen vom Empfänger erkennen lassen. Das Besondere an diesen Nervenzellen ist, dass sie bereits Signale aussenden, sobald jemand eine Handlung nur beobachtet. Die Nervenzellen reagieren genauso, als ob man das Gesehene selbst ausgeführt hätte. Das bedeutet, das durch Beobachtung von Vorgesetzten durch die Mitarbeiter bei diesen genau jene neuronalen Netzwerke aktiviert werden, wie bei eigener Handlungsausführung. Durch das Phänomen der Spiegelneuronen lernen die Beteiligten unbewusst vom Vorbild.

So gesehen, kann kein Mensch ein Vorbild sein, er kann nur als solches wahrgenommen werden.

Für Geschäftsführer und Vorgesetzte ist die Frage danach, wie sie sich verhalten sollen, um eine entsprechende Entwicklung bei ihren Mitarbeitern zu bewirken, oftmals gar nicht so leicht. Weil die Antwort meist sehr subtil ist. Beispielsweise sind viele Unternehmer fast süchtig danach, sich täglich zu beweisen, dass sie alles im Griff haben. Dabei würde bei passender Vorbereitung der Mitarbeiter und Abgabe von Aufgaben sowie Verantwortung der Laden weiterhin laufen. Mitarbeiter könnten selbst die Führung übernehmen und jeder einzelne dabei zeigen, was in ihm steckt. Kannst Du Dir vorstellen, wie großartig das für eine Organisation ist, wenn sie voller Helden steckt und nicht nur auf die Autorität an der Spitze angewiesen ist? Die subtilste und vielleicht herausfordernste Einsicht besteht im Loslassen, um etwas zu erreichen.

Welche Entwicklung wünschst Du Dir für Deine Organisation und welches Verhalten braucht es dafür? Gerne unterstütze ich Dich und Deine Organisation darin, Antworten zu finden und begleite Euch in der Umsetzung.

Hier findest Du meine Kontaktdaten.

 

Aufrichtig

Michaela Schmelzer

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