Gedankliche und emotionale Klarheit von Mitarbeitern (& Chefs) für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung

15.6.2020
Lesezeit: 
4
 Min.

Bisher versuchten die meisten Unternehmen durch standardisierte Prozesse, Rollenbeschreibungen und Zielvereinbarungen die Komplexität der Zusammenarbeit zu beherrschen. Schließlich besteht jede Organisation nicht nur aus ihrer sichtbaren Struktur sondern auch aus einer Organisationskultur, basierend aus Bedürfnissen, Wahrnehmungen und Erwartungen der Mitarbeiter. Sie sind vor allem subjektiv erfahrbar und drücken sich in der Kommunikation und Verhaltensform aus. Durch das Ignorieren, dieser inneren Dimension, zahlen mittlerweile viele Unternehmen einen hohen Preis. Mitarbeiter sind unzufrieden, demotiviert und wenig innovativ.

Wenn wir uns darüber Gedanken machen, wie Unternehmen sich künftig erfolgreich aufstellen können, wird das langfristig nicht mehr funktionieren ohne stärkere Einbindung der Mitarbeiter. Die Komplexität heute erfordert ein Loslassen der oberen Etagen, was wiederum mit Vertrauen zu tun hat und ein „Weg vom Ich, Hin zum Wir“. Eine Besinnung darauf, um was es wirklich geht.

Während Bürokratie ein stabiles aber unflexibles Gerüst darstellt, bin ich der Meinung State-of-the-Art-Organisationen sollten ihren inneren Impulsen folgen. Gemeinsam eine Balance zwischen fester Struktur und Flexibilität erschaffen, die sich der jeweiligen Umgebung situativ anpasst.

Das geht natürlich nur mit reifen Mitarbeitern! Mitarbeiter mit gedanklicher und emotionaler Klarheit, mit einem besseren Wahrnehmungsvermögen und Selbstkenntnis.

Jeder Mitarbeiter ist individuell. Die einen fühlen sich im Moment noch wohler mit gegebener Sicherheit, Orientierung durch vorgegebene Prozessabläufe, festen Regeln und Ansagen. Andere wiederum fühlen sich hierdurch in ihrer Potentialentfaltung, Eigeninitiative beschränkt und resignieren.

Innere Sicherheit gewinnen wir vor allem durch einen guten Selbstkontakt. Durch das Verständnis unserer mentalen, emotionalen und körperlichen Verfassung. Zudem müssen wir in der Lage sein unser eigenes Verhalten und das unserer Kollegen angemessen einzuordnen sowie Bedürfnisse und Interessen zu erkennen.

Bemerken also Vorgesetzte und Mitarbeiter, dass die etablierten Prozesse, Strukturen und Kontrollen den Mitarbeiterbedürfnissen zur Erfüllung ihrer Aufgabe nicht mehr entsprechen, sie zu eng sind, empfiehlt sich ein neues Organisations- und Zusammenarbeitsmodell gemeinsam zu entwickeln und dabei gemeinsam zu wachsen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Unternehmensentwicklungen von innen nach außen harmonischer und mit weniger Spannung erfolgen.

Berücksichtigen wir die Zeit, die es für die menschliche Reifung benötigt, sprechen wir hier nicht von einer schnellen Lösung. Jedoch von einer Lösung, die die Arbeits- und Lebensqualität nachhaltig verbessert.

 

Verbindend

Michaela Schmelzer

Weitere Beiträge

Zurück zur Übersicht