Feedback geben beim Lehrgangsabschluss Neuromentaltrainer

10.2.2020
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Noch gar nicht so lange her sind die Zeiten, in denen ich Feedback überhaupt nicht mochte und nur schwer ertrug. Ich empfand sie als Kritik. Heute bin ich dankbar für jede Rückmeldung, denn ich habe verstanden, es sind Möglichkeiten persönlich zu wachsen.

Das ist der Grund, weshalb ich mittlerweile nicht nur Feedback gerne empfange sondern auch sehr gerne gebe. Ich erinnere mich genau, wie mich die Anfrage von Frau Dr. Evelyn Popp-Hadalin von der Akademie für Neuromentaltraining erfreute. Sie bat mich um Teilnahme am Abschluss der Neuromentaltrainer, um ihnen konstruktives Feedback zu den Präsentationen der Diplomarbeiten zu geben. Schließlich werden einige von ihnen künftig als Trainer vor Menschen stehen und vor Publikum ihr Wissen weitergeben. Wichtig ist natürlich der Inhalt. Doch genauso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger, ist die Verpackung beim Wissenstransfer.

Konstruktives Feedback gehört zu den essentiellsten Techniken der zwischenmenschlichen Kommunikation. Daher war es mir ein Fest beim Ausbildungsabschluss, im Bildungshaus Schloss Puchberg, dabei gewesen zu sein.

Grundlage für die Gestaltung jeglichen Feedbacks ist die Akzeptanz der unterschiedlichen Wahrnehmungen. Jeder von uns nimmt Ereignisse, Menschen, Präsentationen auf verschiedene Weise wahr und bewertet sie, so auch ich. Wir sollten keineswegs darauf beharren, dass unsere eigene Sicht der Dinge der Weisheit letzter Schluss ist. Erst diese Art der Offenheit anderen gegenüber bereitet uns den Weg respektvoll und emphatisch miteinander umzugehen.

Egal zu welchem Anlass eine Rückmeldung gegeben wird, es bedarf eines objektiven und subjektiven Maßstabs. Der objektive Maßstab während der Präsentation war z. B. die Einhaltung der maximalen Präsentationszeit von 20 Minuten. Der subjektive bezieht sich auf die persönliche Vorstellung davon, wie etwas zu sein hat und geht dann wieder einher mit der differenzierten Wahrnehmung. Hilfreich kann dabei immer ein Feedbackbogen sein, in dem im Vorfeld spezielle Faktoren gelistet werden. Die Gesprächspartner können dann in Form von Noten oder einem Ranking feedbacken.

Für die Neuromentaltrainer hatte ich ebenfalls einen Feedbackbogen zu folgenden Punkten:

Verbale Ausdrucksweise (Stimme, Lautstärke, Aussprache)

Körpersprache (Blickkontakt, Haltung, Zuwendung zum Publikum/denMedien, Gestik)

Struktur der Präsentation (Intention, Roter Faden, visuelle Unterstützung von Aussagen)

Begeisterungsfähigkeit (Erzeugung von Emotionen)

 

Wenn Gesprächspartner unsere Wertschätzung wahrnehmen, sind sie eher bereit, Input von außen aufzunehmen. Wahrscheinlich kennst auch Du das unangenehme Gefühl, wenn Dir jemand sagt, wie „man“ etwas besser oder richtig macht. Dabei kann es sich um einen noch so guten Rat handeln. Rückmeldungen werden umso besser angenommen, je subjektiver sie formuliert sind, in sogenannten „ICH-Botschaften“, wie z. B.: „Mir ist aufgefallen, dass Du während Deiner Präsentation mit Deinen Füßen trippeltest. Das machte mich nervös. Ich finde es besser, wenn Du still stehen bleibst oder immer wieder gemäßigt Deine Position wechselst.“

In der Gewaltfreien Kommunikation fasst Marshall Rosenberg die Schritte in folgendem Satz zusammen:

„Wenn ich a sehe, dann fühle ich b, weil ich c brauche. Deshalb möchte ich jetzt gerne d.“

 

a: Beobachtung

b: Gefühl

c: Bedürfnis

d: Bitte

 

Ich bin noch immer begeistert von den Themen, die die neuen Diplom-Neuromentaltrainer für sich aus der Ausbildung zogen. So lernte ich, dass Neuromentaltraining bei Schlaf-, Essens-, Darmproblemen hilft. Weitere Themen waren Adoleszenz, Selbstfürsorge, Selbstliebe, Entscheidungen treffen, Kommunikation (sowieso ;-), Gesundheit und Glück, Glaube und Glück, Gedanken als Steuerrad des Lebens, Potentialentfaltung, Stressbewältigung, Mentaltraining für Weltrekordler.

Allen neuen Diplom-Neuromentaltrainern wünsche ich von Herzen viel Erfolg auf ihrem weiteren Lebensweg und hoffe, Sie werden meine Inputs beherzigen. Dann klappt´s garantiert auch mit dem Präsentieren und der Verbindung zum Publikum.

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Michaela Schmelzer

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