Der Gegentrend Achtsamkeit

28.11.2019
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Es war mir eine Ehre Matthias Horx bei seinem letzten Vortrag in Salzburg zum Thema „Schlüsseltrend Achtsamkeit“ kennengelernt zu haben. Er ist Publizist und Zukunftsforscher.

Als Jugendliche habe ich Trends immer mit Mode und Musikstil in Verbindung gebracht und dabei eher die Nase gerümpft. Ich fand es doof, wenn Menschen jeden Trend mitmachten und sie glaubten, nur damit IN und angesehen zu sein. Außerdem empfand ich es in Bezug auf Mode verschwenderisch. Mittlerweile gibt es in den unterschiedlichsten Bereichen immer mehr und schnellere Entwicklungen. Das liegt daran, dass letztendlich alles miteinander verbunden ist. Im Alltag sind wir uns dessen gar nicht bewusst. Wenn wir uns mal die Zeit nehmen und darüber nachdenken, wird es logisch.

Horx verdeutlichte uns in seinem Vortrag, dass die Zukunft ein Netzwerk von Wirkungen ist. Jede Wirkung löst eine weitere aus. Stoßen wir auf eine systemische Störung, suchen wir nach Lösungen, die sich zum Trend entwickeln können. Zu jedem Trend entwickelt sich im Laufe der Zeit wiederum ein Gegentrend.

Achtsamkeit als Gegentrend der Digitalisierung und Hypermedialität!? Als Gegentrend zu Stress, zu schneller-höher-weiter, zu der übersignalisierten Welt!? Alles, was wir heute wissen, erfahren wir über die Medien. Die Anzahl der Kanäle nimmt weiter zu und jeder davon kämpft um unsere Aufmerksamkeit.

Statt im digitalen Burn-out zu landen ist es entscheidend, „sich mit mentalen Techniken der Selbstwirksamkeit bekannt zu machen, um so Verantwortung im Hier und Jetzt übernehmen zu können“ so Matthias Horx. Da sprach er mir aus dem Herzen:

Um in der digitalen Welt nicht verloren zu gehen, sondern handlungs- und entscheidungsfähig zu bleiben ist es ein Muss, unsere einzigartigen, menschlichen, sozialen Fähigkeiten zu entwickeln.

Viele packen Achtsamkeit noch immer in die Esoterikschublade oder denken an Wellness. Dabei kann es so viel mehr.

Achtsamkeit bedeutet mit ruhigem, klaren Geist aufmerksam und wohlwollend im gegenwärtigen Moment zu sein.

Weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Klingt einfach, fällt uns Menschen heute leider immer schwerer.

Die moderne Forschung ist in diesem Feld zwar noch sehr jung, aber sie bestätigt das bereits aus Jahrtausend langem Erfahrungswissen von Meditieren: Die Praxis von Achtsamkeit hat positiven Einfluss auf unseren physiche und psychischen Zustand. Weniger Stressempfinden bei gleichem Arbeitspensum, Verstärkung der Konzentrationsfähigkeit und Mitgefühl! Außerdem wird die Kreativität gefördert sowie die Arbeitsbeziehungen. Fehlzeiten und Krankheitsraten reduzieren sich.

Achtsamkeit lässt sich nicht nur durch Meditation erlernen. Ich empfehle gerne mit kleinen Schritten zu beginnen. 1 – 2 Übungen am Tag. Überlege Dir welche wiederholenden Tätigkeiten Du täglich im Büro erledigst, wie z. B. eMails lesen, Kundentelefonate oder Besprechungen führen. Blocke Dir für das Beantworten von Mails feste Zeiten am Tag (z. B. zweimal täglich), danach schließe das Programm wieder, damit Du fokussiert arbeiten kannst. Deaktiviere das Pop-Up-Fenster, mit dem Du über eingehende Mails benachrichtigt wirst. Sonst wirst Du durch jede Mailbenachrichtigung in Deiner Konzentration gestört. Versuche Deinem inneren Impuls, doch nach den eMails zu schauen, zu widerstehen. Sollte es Dir mal nicht gelingen, nimm es mit Humor – beim nächsten Mal klappt´s bestimmt. Damit sich das neue Verhalten in Dein Unterbewusstsein einprägt, braucht es viele Wiederholungen. So wird mit der Zeit aus dem neuronalen Trampelpfad eine Autobahn. Du wirst nicht mehr darüber nachdenken müssen, Du wirst es einfach tun. Wie das tägliche Zähneputzen.

Für große Unternehmen wie z. B. SAP, Google, Marriot oder Starbucks ist "Mindfulness Practice" mittlerweile standard.

Ich wünsche Dir viel Spaß und Erfolg mit Deinen Übungen und freue mich darauf, mit Dir nächste Woche meine nächste Inspiration zu teilen.

Hab eine fantastische, achtsame Zeit!

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